Dobrovolný svazek znojemských vinařkých obcí

Willkommen in Hosteradice

Über das Dorf Hosteradice

Die erste schriftliche Erwähnung der Gemeinde Hosteradice stammt aus dem Jahr 1190 und wird im Loucky Kloster in Znaim aufbewahrt. Es gibt ebenfalls Nachweise über eine slawische Besiedlung des Gemeindegebiets. Bis zum Jahr 1237 war die Bevölkerung rein tschechisch, später kam das Gebiet durch König Wenzel I. in die Hände deutscher Ritter.
Sehenswert ist die mit Fresken verzierte St.Kunhuta-Kirche. Im Ort sind Teile der mittelalterlichen Befestigungsanlage erhalten geblieben. In der Nähe der Gemeinde liegt ein Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen.

Die Schlacht bei Hosteradice soll von Napoleon selbst befohlen sein

Im Jahre 1805 fiel die französische Armee aus Österreich nach Mähren ein. Vor Napoleon wichen Richtung Brünn russische Truppen von General M. I. Kutuzov. Die durch unser Land durchgehenden russischen Korps verhielten sich verschieden. Die Pfarrerchronik von Hosteradice stellt nur allgemein fest, dass „der Marktflecken Hosteradice auch unter Durchgang der russischen Heere litt“. Laut einer Sage sollte die Dezemberschlacht nicht bei Slavkov, sondern bei Hosteradice geführt werden, und das wegen der ähnlichen Lautform der deutschen Bezeichnungen Slavkov (Austerlitz) und Hosteradice (Hosterlitz). Die Franzosen sprechen nicht den Laut H aus. Deutsches Hosterlitz klang wie Osterlitz, was gleichzeitig die französische Aussprechweise der Bezeichnung Austerlitz ist.

Dass die Schlacht bei Hosteradice geführt werden soll, soll Napoleon selbst befohlen haben. Der Orientierungspunkt für seine Offiziere sollte der Kirchturm werden, der damals noch vier Seitentürmchen hatte. Als es der Pfarrer in Hosteradice erfahren hatte, ließ er die Seitentürmchen niederreißen. Die kommenden Franzosen durchschauten die List nicht und als sie nach der Gemeinde Osterlitz gefragt hatten, schickten sie die Einwohner von Hosteradice nach Slavkov. Dadurch wurde Hosteradice von dem unmittelbaren Schrecken der blutigen Schlacht, zu der es am 2. Dezember 1805 kam, verschont.

Die Sagen spielten ihre Rolle auch unter den Franzosen selbst. Der für sie nicht bekannte Name von Mähren – Moravie – erinnerte sie an das Wortspiel Mort à vie, was soviel wie durch Tod zum Leben bedeutet. Die blutige Schlacht bei Slavkov bestätigte diese Wahrheit.

Der Wirklichkeit nach gingen die Franzosen vor der Schlacht (und vielleicht selbst Napoleon) am 19. November und an anderen Tagen des Jahres 1805 durch Hosteradice. Dabei kam es zur Plünderung in der dortigen Pfarre. Der Pfarrer Vaclav Volak, geboren in Ivancice, lag damals krank im Bett. Sieben französische Soldaten sollen ihn über das Bett angehoben und nach Geld gesucht haben. Vergeblich. Und so nahmen sie mindestens das Geld mit, das sie anderswo im Gebäude fanden. Dazu nahmen sie noch Essen und Getränke und auch Pfarrers Wäsche und Bekleidung. Und da kam noch Hosteradice nicht so schlimm davon. Denn in der Gegend um Znaim wurden damals die Gemeinden Lechovice, Oleksovice oder Milfron, das heute Dyje heißt, vernichtet.

Znojemsko, 47/2005, (-eis-)